Voodoochile Rotating Header Image

Sieger!

und das schon zwei Mal in Folge…

Und zwar beim ARC, der Altlantic Ralley for Cruisers, von Gran Canaria über den Atlantik zu den Kleinen Antillen, 2012 und 2013 in Rekordtempo. Die “VAQUITA”, eine Class-40-Rennyacht des Österreichers Christof Petter, trainiert und gemanagt von Andreas Hanakamp (www.segelwelt.at), war nicht nur in ihrer Klasse die beste, sondern auch schneller als wesentlich größere Boote. War hier im Hafen einige Tage Hauptgesprächsthema, vor allem die Deutschen konnten es nicht fassen. Herzlichen Glückwunsch allen Beteiligten! Der Einsatz, die Taktik und das Wetterrouting war offenbar außergewöhnlich.

Der liebe Schweizer Pascal, der 2012 mit dabei war, bringt das Boot gerade zurück ins Mittelmeer, zusammen mit Corinne, Dieter, Tinu und Andreas. Sie sind arg durchgebeutelt von der Strecke Madeira-Gibraltar, bei 30 – 40 kn Wind und einigen technischen Schäden. Sie machen bei uns einen Stop zwecks Crewwechsel und Reparaturen. In dem ohnehin spartanischen Inneren der Rennziege schwimmen Schlafsäcke, Proviant und Menschen in einem grauslichen Gemisch aus Seewasser, Diesel und vielleicht noch anderem…

 

So genau wollen wir alle das gar nicht wissen. Sie sind hart im Nehmen aber vor allem ganz besonders feine Typen.

Nach einigen Tapas und Gläsern Cruzcampo sieht die Welt aber wieder anders aus und wir verbringen zusammen einen wirklich schönen Abend.

 

Wir haben uns sehr gefreut, Euch hier zu Besuch gehabt zu haben und wünschen Euch für die Weiterfahrt – so “Eltiempo” wieder fair bleibt – ein paar gutartige Segeltage!

Laßt uns in Kontakt bleiben!

Alles Liebe

Uli & Peer

2 von 1001 Nächten

…eine romantisch, eine weniger

 

Da die Versuchung schon so lange vor unserer Stegtüre liegt, beschließen wir kurzum, einen schnellen Ausflug nach Marokko zu machen. Zusammen mit unseren Freunden Elke und Werner von der Segelyacht “NAJA” packen wir jeder eine kleine Tasche und besteigen in Algeciras eine Fähre, die uns in eineinhalb Stunden nach Tanger-Med bringt, dem neuen Hafen Marokkos in der Straße von Gibraltar, 50 km östlich von Tanger.Von dort geht’s weiter mit dem Bus nach Tanger, über ziemlich grüne Hügel und ganz neue Autobahnen.

 

Wenn auch rund um die Altstadt moderne Hochhäuser entstehen, so ist die eigentliche Medina durchaus orientalisch geblieben, mit Resten von französischem Charme. Wir sind den ehemaligen Kolonialherren dankbar, denn die Verständigung ist hier wesentlich leichter als in Andalusien. Wir essen in einem netten Strandlokal und lassen uns dann durch die Altstadt treiben. Das Geschiebe ist enorm, es ist laut und die Leute sind freundlich – obwohl wir ihnen nichts abkaufen.

Abends besteigen wir den Zug, der uns in die Königsstadt Marrakesch bringen soll, ca. 700 km entfernt. Da eine Couchette aufgrund unserer schmalen Budgets nicht in Frage kommt, machen wir vier uns in einem Abteil breit und stellen uns jedesmal tot, wenn andere Leute zusteigen. Schließlich wird auch am Boden geschlafen. Die Waggons sind ganz ok, statt den Toiletten wären Löcher im Boden feiner gewesen.

 

Etwas müde erreichen wir am nächsten Morgen Marrakesch in strahlendem Sonnenschein, bei gut 25° und endlich einmal Windstille (quelle difference!). Ein Taxi bringt uns – nach den üblichen Preisverhandlungen – zu dem entzückenden winzigen Hotel “Riad Mahjouba” in der Altstadt (alles neu renoviert und sauber, supernette Leute, 18,- Eur pro Nacht für 2 Personen! Gefunden auf booking.com). Wir feuern unsere Taschen in die Zimmer und starten sofort los in die verwirrenden Gäßchen. Alles ist bunt und laut, alle Menschen lächeln uns an, überall wird gefeilscht. Mich spricht man grundsätzlich mit “Moustache” an, ohne “Monsieur”.

Eine große Runde im Bus bietet uns einen Überblick über die Stadt und deren Umgebung, die schneebedeckten Gipfel des Atlasgebirges immer im Hintergrund. Nach dem eher brachliegenden Europa ist es erstaunlich, wieviel hier gebaut wird. Eine Fülle von Hotels, Straßen, Bahnhöfe, Infrastruktur, alles neu, hunderte Wohnblocks und viele Einkaufszentren, mondäne Golf-Resorts und mehr. Dazwischen die alten Paläste und wunderbare Parks. Überhaupt kann man erkennen, dass König Mohammed VI. voll auf Tourismus setzt. Als Ausländer ist man fast heilig und es wird alles getan, damit man sich wohl fühlt. Offenbar ist das auch für ein islamisches Land ohne Identitätsverlust möglich. Dass diese Reformen manchmal hart sind – viele Slums und Zeltstädte werden einfach mit Planierraupen “aus der Welt geschafft”-, kann man sich vorstellen.

Es war ein langer, schöner Tag, und wir finden nur mit Mühe wieder zurück ins Hotel.

Am nächsten Tag müssen wir früh raus. Diesmal geht’s tagsüber zurück nach Tanger, gut zehn Stunden lang, über Rabat und Casablanca. Das Land ist riesig, auch wenn wir nur die nördliche Hälfte sehen. Kleine Dörfer, recht grüne Hügel, Flüsschen, Viehherden. Wo sind die 32 Millionen Einwohner?

 

Spätabends in Tanger im Laufschritt zum Bus und später auf die Fähre. Um 0100 h kommen wir im Hafen von Algeciras an und erhalten sogar unser Auto wohlbehalten zurück, das wir mit gemischten Gefühlen der Obhut eines “privaten Parkplatz-Subunternehmers” in der Parkhaus-Baustelle überlassen hatten.

Schön war’s, intensiv und zu kurz. Marokko ist jede Reise wert – fahrt doch mal hin!

Alles Liebe

Uli & Peer

Milo, Anna & Mario

Frischer Wind auf der Voodoochile! Kaum zu glauben und schlecht für unsere geriatrische Statistik. Nachdem in Marios Adern, neben Blues, Raggae und Computer-Viren, zunehmend Salzwasser fließt, hat er Anni davon überzeugt (vermutlich genötigt), daß der einzig wahre Urlaub für den 14 Monate alten Milo ein Segeltörn wäre, und sei es auch größtenteils nur am Steg.

Lange Fahrten mit Auto und Seilbahn, ungewohnter Tagesrythmus, fade Spaziergänge und fremdartiges Essen – unser allerjüngstes Crewmitglied trägt’s meistens mit Fassung. Und wenn nicht, dann müssen Mami und Papi das halt abwettern, mit Geduld, Rückentrage und stillenderweise (dies natürlich nur ein Teil der Eltern).

 

Ein Wetterfenster erlaubt sogar eine babygerechte Ausfahrt zum Europa Point, wobei Milo bald meint, wir sollten uns doch eher gedulden, bis es etwas wärmer wäre.

 

Einer der vielen Höhepunkte war die Installation des neuen Whirl-Pools: Plastikschaffel mitten im Salon, Warmwasser vom Gasherd und dann alle schnell an die Pumpen!

Toll war’s, und Gratulation an die jungen Eltern – Ihr habt Euch tapfer geschlagen! Für uns war’s der reine Genuß.

Keep on sailing, bis bald einmal

Uli & Peer

Heidi & Franzi

Seit wann kennen wir uns jetzt eigentlich? Seit ’83, oder ’84? Erschreckend! Aber auch wenn sich unsere Kurse in den letzten Jahren manchmal so weit voneinander entfernt haben, so war doch immer sicher, daß wir uns letztendlich wieder in Ruhe treffen würden. Vor allem jetzt, nachdem sich Euer und unser Leben so grundlegend verändert hat. Es ist einfach fein so!

In zwei Wochen nur zweimal Gelegenheit zum Golfen! Das tut uns sehr leid für Euch! Und Euch, als Eignern einer modernen Yacht, nicht ein einziges Mal zeigen zu können, daß sich auch eine 30-Tonnen-Blechdose schnell bewegen kann, wurmt mich ganz besonders. Trotzdem konnte uns weder das – gelinde gesagt – durchwachsene Wetter, noch die durchaus freundliche Amtshandlung der Policia Local in Cadiz (unser Mietauto wurde aufgebrochen) die Laune verderben.

 

Wichtiger als all dies war aber die gemeinsame Zeit. Daß an diesem Klischee was dran ist, haben wir ja alle inzwischen auf die harte Tour gelernt.

Vielen Dank für die zwei Wochen und die 30 Jahre davor!

Wir bleiben in Kontakt

Uli & Peer

Gabi, Markus, Lilo, Lesya & Philipp

Gabi, die unverwüstliche gute Seele, setzt alle Hebel in Bewegung und macht einen seltenen gemeinsamen Urlaub mit ihrer Familie bei uns möglich. Wir alle schulden ihr Dank dafür!

Es gibt Startprobleme bei der späten Ankunft am Flughafen in Malaga, wo der illustren Crew der gebuchte Mietwagen mit dem Hinweis, der “Aufenthaltsort auf einer Yacht” sei unseriös und nicht vertrauenswürdig, verweigert wird. Schei… drauf!

Bei der Fahrt nach Ronda sehen wir vor lauter Nebel kaum die Kühlerhaube des Autos und die häufigen Hinweisschilder “Mirador” bekommen eine eigenartige, neue Bedeutung. Auf der Überfahrt nach Ceuta jedoch ruft Lilo erfolgreich viele Delphine herbei und später sehen wir sogar die Rückenflosse eines Hais. Wassertiere reagieren offensichtlich eher auf Kinder.

 

An Bord werden längst überfällige Themen lebhaft diskutiert, fein gekocht, lange getratscht und manchmal gibt’s dazu sogar ein Gläschen. Kindlich legitimiert erläßt Lilo ein generelles Rauchverbot – Zuwiderhandelnde müssen also raus in den Garten -, und Markus verschafft uns durch sein fließendes Spanisch einen ganz neuen Stand bei der hiesigen Bevölkerung.

Paßt auf Euch auf und kommt bald wieder!

Alles Liebe

Uli & Peer

Doris & Ulrich

Wieso glaubst Du, Ulrich, daß Du Dich schon jetzt um einen Alterssitz umsehen mußt? Und wieso gerade eine spanische Enklave in Afrika? Dein Boot “Emma” hat das schöne Marano sicher noch nicht satt. Ok, also laß’ uns so einen Ort suchen!

 

Kaiserwetter spricht dafür, Eure gute Laune und Unverwüstlichkeit beim Langstrecken-Hatsch’n auch. Nur die betagten Schuhe wollen nicht bis zum Ende durchhalten und müssen durch marokkanische Qualitätsmodelle ersetzt werden.

Erstmals in Voodoochile’s kurzer Geschichte wird ihr Dosen-Innenballast hauptsächlich vom weiblichen Teil der Crew bedroht. Wir haben viel erlebt und endlich einmal die Zeit gefunden, über andere Dinge als Baustellen zu reden (danke übrigens für Deine diesbezügliche Unterstützung in Graz).

Auf daß sich unsere Kurse recht bald wieder kreuzen

Fair winds

Uli & Peer

Pauli, Moe & Luke

Endlich kommen einmal die “Kinder”! Mit gemischten Gefühlen – sie waren ursprünglich auf die Kanaren gebucht – erscheinen sie, statt an den erhofften “tropischen” Stränden jetzt hier im “eiskalten” Südeuropa. Mit winterlich-blassen Gesichtern und recht müde von den verangegangenen Arbeits- und Lernwochen. Willkommen im richtigen Leben! Nach den ersten Gläsern Cruzcampo schaut die Welt aber gleich wieder besser aus.

Nach der Kletterpartie über die Mediterrenian Steps beobachte ich die drei bei den Affen, und mich beschleicht der Verdacht, dass uns vielleicht doch weniger als 8% des Genmaterials von diesen Tieren unterschei…

Beim abendlichen Sauf-Uno-Spiel bekomme ich dann die Rechnung für diese Gedanken.

 

Die Herren richten Uli endlich einen Facebook-Account ein und jetzt ist auch ihr erster Griff beim Aufwachen der zum Rechner. Meinen sehr begrenzten Glückwunsch.

Wenn es manchmal den leisen Wunsch zu einem kurzen Heimurlaub gibt, so seid Ihr der Grund dafür. Viel Glück Euch Dreien!

Mama & Papa

Christiane & Gregor

Unsere lieben, langjährigen Freunde, die wir nur in zeitlich großen Abständen treffen, was aber die Qualität dieser Freundschaft in keiner Weise beeinträchtigt, kommen aus Stuttgart angeflogen. Sie machen fast eine Art Nostalgie-Reise, um Erinnerungen an lange zurückliegende Fahrten auf eigenem Kiel aufzufrischen. Costa de la Luz – revisited, sozusagen! Sie kennen die Gegend besser als wir und so können wir uns gegenseitig zeigen, was uns hier am meisten beeindruckt hat.

Schwerpunkte sind saubere geschichtliche Vorbereitung der Besichtigungen (Christa) und Überprüfung des kulinarischen Standards vor Ort (Gregor). Beides wird mit hunderten wunderbaren Fotos täglich dokumentiert (danke, Gregor, für die Erlaubnis, diese in vielen Fällen zu verwenden!).

 

Viele gemeinsame Erlebnisse in unserer bunten Vergangenheit verbinden uns, und es ist schön, sich beim abendlichen Tratsch daran zu erinnern. Sehr schön sogar!

Wir wünschen Euch viel Glück bei allen neuen Projekten, bleibt wie Ihr seid und laßt bald wieder von Euch hören! Der gute Brandy aus Jerez ist übrigens aus!

Alles Liebe

Uli & Peer

Nicht einfach…

…nach so langer Pause wieder zu einer Art von Routine zurückzukehren!

Trotzdem wollen wir versuchen – ohne Anspruch auf Chronologie und Vollständigkeit – Euch in den nächsten Tagen von unserer “irrtümlichen andalusischen Reise” zu berichten.

La Linea de la Concepcion, direkt auf der spanischen Seite der Grenze zu Gibraltar, nur wenige Gehminuten vom “Affenberg”, ist ein recht lebhafter Ort, mit eigenartigem Charme. Hier liegen wir nun, in der modernen aber billigen Marina Alcaidesa, zusammen mit vielen winterlich verlassenen Booten und einigen spanischen, englischen und deutschen Yachties, die basteln oder sich mit Tratsch die Zeit bis zum kommenden Frühling vertreiben. Weniger die Kompetenz als vor allem die Liebenswürdigkeit der Marina-Mitarbeiter steht hier im Vordergrund; oft müssen wir uns bei den ewig vorherrschenden Starkwinden um Leinen und Fender kümmern. Es gibt immer wieder Schäden an so manchem Boot. Mehrere “festgefahrene” Eigner leben davon, ihre Kojen an die vielen junges Crews zu vermieten, die hier mit Sitar und Bongos, frei von jeglicher nautischer Erfahrung, aber voller Begeisterung, auf eine Mitfahrgelegenheit richtung Karibik oder Südamerika hoffen.

 

Es ist wirklich ein schräger Platz, wo die unmittelbare Nähe des teilweise bitterarmen spanischen Südens (La Linea hat angeblich fast 50% Arbeitslosogkeit) zum florierenden Steuerparadies Gibraltar, das ohne jegliche Einschränkungen durch Schengen den weltweiten Zockern alle Möglichkeiten bietet und sich, abgesehen von verklärter Geschichtbetrachtung, auch mit England kaum verbunden fühlt, immer wieder zu kabaretthaftem Kleinkrieg durch künstlich herbeigeführte Grenzstaus oder Interventionen der Küstenwache führt. Kurz nach solchen Ereignissen entschuldigt sich Madrid dann jeweils und richtet London aus, dass man hier eigentlich nichts verloren hätte. Die Legende besagt, dass sich England, wenn der letzte Affe “The Rock” verlassen hätte, von hier zurückziehen würde. Demzufolge werden die vier Makaken-Clans gehegt und gepflegt, trotz Inzuchtproblemen.

 

Es gibt für uns Yachties also jede Menge zu erleben. Bei zehn bis fünfzehn Grad, viel Wind und manchmal auch Regen, erkunden wir die Umgebung, und die Schönheit von Andalusien beeindruckt uns tief. Tapas, Flamenco und Stierkampf-Legenden sind omnipräsent und diese Kultur wird auch gelebt.

 

An der “Lichtküste” (Costa de la Luz) finden wir Orte wie Algeciras (geschäftiger Container-Hafen, Geburtsstadt von Paco de Lucia), Tarifa (Windsurf- und Kite-Mekka mit pittoresker Altstadt und vielen jungen VW-Bus-Crews), Barbate (ehemalige Thunfisch-Hauptstadt des Generalissimo), Kap Trafalgar (peinliche Niederlage gegen Horatio Nelson), Vejer (größtes weißes Dorf an der Küste), Cadiz und Puerto Santa Maria (Kolumbus…) und Jerez (großartige Sherry-Kellereien); im Landesinneren natürlich Sevilla (einer der schönsten und sympathischsten Plätze, die man sich überhaupt vorstellen kann), Ronda (malerisches Highlight mit beeindruckender Schlucht und viel Tourismus), Castellar (uraltes Festungsstädtchen mit Fernsicht bis ins Rif-Gebirge und vielen freilebenden Adlern), etc., etc.

 

Unterwegs auf guten Straßen mit wenig Verkehr erleben wir sowohl die sanften Hügel und Sümpfe am Atlantik, mit ihren eleganten Haziendas, Rinderherden und Windparks, als auch die wilden Berge am Mittelmeer, alles derzeit in saftigem Grün und mit blühenden Mandelbäumen, Korkeichen und Orangen. Selbst die unzähligen Storchenpaare weisen darauf hin, dass wir in Österreich mit zu kleinen Maßstäben gemessen haben.

 

An manchen schönen Wintertagen haben wir die “Straight of Gib” auch segelnd unsicher gemacht, um den Bart an Voodoochile’s Rumpf nicht allzu lang werden zu lassen. Ceuta zum Beispiel ist auf jeden Fall einen Ausflug wert, ganz abgesehen von den vielen Delphinen und sogar einem Hai unterwegs.

 

Der profane Alltag war von kurzen Heimflügen aus familiären, gesundheitlichen und technischen Gründen geprägt, wie von Arbeit vor Ort bei Eric, unserem südafrikanischen Yachtspezialisten. Uli hat einen Spanischlehrer für einige andere Yachties und uns organisiert, aber meine persönlichen Erfolge in Espaniol sind bescheiden und der andalusische Dialekt bleibt schlichtweg unverständlich.

Im nächsten Beitrag wollen wir kurz über die vielen lieben Besuche berichten, die wir hier im Outback empfangen durften.

Wir bleiben in Kontakt

Uli & Peer

Kanarische Inseln?

…na, nie und nimmer!

 

Cadiz ist eine geschäftige Hafenstadt an der Südwestküste Spaniens, von der einst Kolumbus mit seiner kleinen Flotte (Santa Maria, Pinta und Nina) nach Westindien aufgebrochen ist; in unserer Marina “Puerto Sherry”, benannt nach dem ehemaligen Weinverladehafen mit Stierkampfarena, historischen Lagerhäusern und hübscher Altstadt, liegt ein Nachbau der “Santa Maria”. Originalgetreu und vergleichsweise winzig. Unvorstellbar, unter welchen Bedingungen die Mannschaft samt Vorräten und sogar einigen Tieren damals auf ihr gehaust haben muss!

 

Hier kommen unsere Freunde Dagi, Charly, Friedrich und Rainer an Bord, hochmotiviert und voller Tatendrang.

Anders als seinerzeit Kolumbus wollen wir nicht ins Ungewisse fahren, sondern checken sorgfältig die Wetterberichte für die rund 550 Meilen lange Überfahrt auf die Kanaren. Nachdem sich alle eingerichtet haben verbringen wir noch einen Tag mit Einsegeln in der  großen Bucht, um uns mit VOODOOCHILE vetraut zu machen. Sie verhält sich artig und läuft zur Begrüßung mit fast 10 Knoten durch die moderate Dünung.

Da das Wetter nur für zwei Tage günstig sein soll, ist unser “Plan B”, eventuell unterwegs die Stadt Rabat in Marokko anzulaufen, um dort die weitere Entwicklung abzuwarten. Wir bunkern Wasser, Lebensmittel und Diesel für zehn Tage und laufen in der Abenddämmerung aus. Gleich in der ersten Nacht bläst es mit gut 25 Knoten aus Gibraltar heraus und wir sind sehr schnell. Dagi und Charly, als eingespieltes Team, steuern das Boot mit stoischer Ruhe und hoher Fahrt durch die Nacht; Rainer und Friedrich, die schon in Schottland gemeinsam gesegelt sind, sind mit solchen Verhältnissen vertraut. Der nächste Morgen erwartet uns mit Kabbelsee, umlaufendem Schwachwind und leider auch Gegenstrom. Wir kreuzen so gut es geht, müssen schließlich aber doch den Motor starten. Gegen Abend basteln wir uns in der Flaute – das nächste Tief ist schon im Anmarsch – durch die halbe marokkanische Fangflotte. Rundum Wetterleuchten und nahende Gewitter. Der Stop in Rabat wird beschlossen, aber hier, im Fluß Bouregreg, kann man nur bei Hochwasser einlaufen. Wir sind sechs Stunden zu früh und laufen daher nochmals für einige Zeit aufs Meer hinaus und wieder zurück. Das Leuchtfeuer ist außer Betrieb, aber wir finden die Einfahrt trotzdem, funken die Lotsen herbei (hier üblich und notwendig) und surfen hinter ihnen auf der hohen Dünung zwischen den gewaltigen Breakwaters in den Fluß hinein, wobei nur wenige Meter neben dem Boot in den Wellentälern die Steine herausschauen. Extrem spannend!

Das Einklarieren in Marokko dauert seine Zeit (glücklicherweise hat Rainer in Cadiz noch eine marokkanische Flagge gekauft), aber die Beamten sind sehr freundlich und irgendwann liegen wir dann doch am Steg dieses modernen Hafens. Auch mehrere andere Fahrtenyachten warten hier auf besseres Wetter für die Weiterfahrt. Für alle wird die Teilnahme am beliebten “Wetterquiz” zur täglichen Routine: Passageweather, Wetteronline, US-Gribfiles, El Tiempo, Windguru…? Selbst der Durchschnitt von allen gibt wenig Hoffnung, denn der Hurricane “Sandy” sendet, wie auch schon seine Vorgänger, alle drei Tage ein Teiltief nach Osten, und gegen 30 Knoten und mehr wollen wir sicher nicht kreuzen.

Ein paar Tage können wir ja noch zuwarten und erkunden daher die Medina von Rabat und jene von Salé, wo derzeit wegen eines hohen Feiertages hunderte Schafe geschlachtet werden und deren Überreste auf den Straßen liegenbleiben. Um den unerwarteten Ausflug in den Orient zu nutzen, macht die Crew per Bahn einen Ausflug in eine weitere Königsstadt: nach Fes.

 

Das sehnlichst erwartete Azorenhoch will aber nicht kommen und der dauernde Südwest- und Südwind macht es jetzt höchst unwahrscheinlich, rechtzeitig zu den Heimflugterminen nach Teneriffa zu kommen. Es muss also der ungeliebte Entschluß, nach Festlandspanien zurückzukehren, gefaßt werden. Trotz der Tatsache, dass wir das geplante Ziel nicht erreichen werden, und dass es ärgerliche Umbuchungen der Heimreise verlangt, trägts die Crew mit Fassung und bleibt guter Dinge. Vielen Dank an Euch, dass Ihr soviel Verständnis für die Eigenheiten des Fahrtensegelns gezeigt habt! Die Sicherheit geht halt vor. Die Regenstunden wettern wir mit Musik, Lesen und Astronavigation ab.

 

Wir verabschieden uns von unseren lieben schweizer Stegnachbarn Marlies und Oliver, klarieren aus und fahren hinter den Lotsen in den üblichen Regenschauern wieder hinaus aufs Meer. Im Fluß treffen wir noch unsere Freunde von der “Creuza di Mä”, die gerade eingelaufen sind – es wird heftig gewinkt; auch viele marokkanische Fischer und etliche Yachties winken. Diese Community!

Der Plan ist, zuerst Gibraltar zu besichtigen und dann möglichst wieder nach Cadiz zurückzufahren, aber aus den vereinbarten 15 Knoten Wind werden wieder einmal 30. A scho wurscht! VOODOOCHILE zieht bei 8 bis 9 Knoten Speed das Leedeck durchs Wasser. Am zweiten Tag müssen wir dann schließlich abfallen. Gibraltar wird verschoben und wir laufen erst einmal Barbate an, um etwas auszuruhen. Dieser Ort bietet – wie schon im Hafenhandbuch erwähnt – außer einem Spazierweg durch einen Pinienwald und Dauerregen “genau gar nichts”. Wir berechnen daher die Strömung in der Straße von Gibraltar voraus, checken wieder einmal unsinnigerweise den Wetterbericht, und machen uns so bald wie möglich davon; bei Riesendünung und Totenflaute. Die Stromberechnung war aber richtig und bei später aufkommendem Wind laufen wir mit 11 Knoten über Grund vorbei an Tarifa nach Osten. Die Ansteuerung von La Linea in der Bucht von Gibraltar ist wie immer sehr spannend. Es herrscht unglaublicher Schiffsverkehr. Bei Einbruch der Dunkelheit machen wir in der Marina Alcaidesa fest.

Am nächsten Tag gibt’s eine geführte “Rock Tour” auf den berühmten britischen Affenfelsen und hinein in dessen tolle Höhlen; außerdem einen Einkaufsbummel und endlich britisches Essen! Eigenartig, zu Fuß über die Grenze und dann auch über die Rollbahn des Flughafens gehen zu müssen.

 

In der Folge habe ich wahrscheinlich zu lange mit der Entscheidung, die Reise hier enden zu lassen, zugewartet. Gerne hätte ich der Crew die Möglichkeit gegeben, die 80 Meilen nach Cadiz noch zurückzusegeln, aber aufgrund der zu erwartenden Wetterkapriolen wollte ich schließlich doch nicht riskieren, am Ende dort doch noch zu spät anzukommen und die Heimflüge womöglich ein zweites Mal umbuchen zu müssen. Wir machen noch einen Tag lang Hafenmanöver, was mit einem 30 tonnen schweren Langkieler doch eine neue Erfahrung für alle ist. Dann wird zum letzten Mal an Bord gekocht, denn der geplante Restaurantbesuch wird uns wieder von einem Regenschauer vermasselt.

Trotz Themenverfehlung war es eine wunderbare Reise und ich danke – auch im Namen von Uli – der großartigen Crew – für das Verständnis, “the sound seamanship” und die nette Gesellschaft. Wir bleiben in Kontakt!

Liebe Grüße an alle

Peer